Begleitest du Menschen schon durch Klangräume und leitest regelmäßig Klangmeditationen oder Gongbäder für größere Gruppen? Dann weißt du aus eigener Erfahrung: Einen Klangraum zu halten bedeutet weitaus mehr, als einen Gong zu spielen oder Klangschalen anzuschlagen. Es bedeutet, einen klaren und getragenen Raum zu eröffnen – für Prozesse, Stille, Emotionen oder tiefe Entspannung. Was später im Klang fühlbar wird, wächst schon in der Vorbereitung.
Gerade bei Gongmeditationen, Klangbädern oder Klangschalenmeditationen ist deine Präsenz und Authentizität genauso wichtig wie dein Instrument und deine Erfahrung.
Hier findest du 7 wichtige Tipps für das Halten und Öffnen eines authentischen Klangraums – einfach und praxisnah.
1. Dich selbst vorbereiten
Dein eigener Raum ist genauso wichtig wie der, den du für andere öffnest.
Bevor deine Veranstaltung beginnt, plane wenn möglich Zeit für dich ein. Das kann ganz unterschiedlich aussehen. Hier sind einige Beispiele:
- Nimm deine Atmung bewusst wahr oder fokussiere dich für einige Minuten auf eine bestimmte Atemtechnik, die sich heute stimmig für dich anfühlt.
- Spüre in deinen Körper hinein und nimm die Empfindungen ohne Wertung wahr.
- Setze eine klare Intention für deine Veranstaltung und versuche diese Intention zu verinnerlichen, indem du dir vorstellst, wie sie sich anfühlt.
- Finde eine tiefere Erdung, indem du Wurzeln visualisierst, die von deinem Körper in die Erde wachsen.
Deine Authentizität, Energie und Erdung sind spürbar. Finde heraus, was genau dir gut tut, um mit voller Präsenz in einem Raum sein zu können.
2. Deinen Raum kennen
Wenn du eine Räumlichkeit zum ersten Mal benutzt, plane extra Zeit ein oder besichtige den Raum vorab und prüfe unter anderem:
- Temperatur, Licht, Belüftung
- Sauberkeit und Atmosphäre
- Platzierung deiner Klanginstrumente
- Platz für Matten, Decken, Kissen
- Akustik im Raum
- Funktion von Technik oder Lautsprechern

Ein achtsam vorbereiteter Raum schenkt dir und anderen Halt – und du kannst dich ganz auf dein Spiel und die Menschen konzentrieren.
3. Klare Rahmenbedingungen schaffen
Eine kurze Orientierung zum Ablauf zu Beginn der Klangmeditation hilft den Teilnehmer:innen, anzukommen und sich leichter zu entspannen. Hier ein paar Anregungen für dich:
- Begrüßung der Gruppe und kurze Vorstellung deiner Person
- Kurze Erklärung des Ablaufs und der Dauer
- Vertraulicher Umgang mit dem, was ggf. geteilt wird
- Praktisches, wie ausgeschaltete Handys oder was tun wenn man Support braucht
Klare Absprachen schon vor Beginn der Klang-Session schaffen Vertrauen und können den Teilnehmer:innen helfen, im Hier und Jetzt präsent zu sein.
4. Weniger tun – mehr halten und sein
Während eines Gongbads oder einer Klangschalenmeditation geht es nicht unbedingt darum, etwas zu „machen“. Vielmehr geht es darum:
- wahrzunehmen, was sich im Raum zeigt
- in deinem eigenen Körper präsent zu bleiben,
- wenn Emotionen bei den Teilnehmer:innen aufkommen, nichts „fixen“ zu wollen,
- allem Raum zu geben, was sich zeigen möchte, ohne zu bewerten.
Gehen Teilnehmer:innen durch emotionale oder physische Prozesse, kannst du sie mit Klang und deiner Präsenz begleiten und stärken – so kann jede Person Erfahrungen in ihrem ganz eigenen Rhythmus machen.
5. Klangdynamik achtsam einsetzen
Bei Meditationen oder Sound Baths mit Gongs oder Klangschalen gilt:
- Tiefe Frequenzen wirken auf die meisten Menschen erdend
- Lautstärke braucht Sensibilität
- Pausen sind genauso wichtig wie Klang
- Weniger ist oft mehr – der Nachklang trägt
Beobachtest du die Energie im Raum achtsam, kannst du dein Spiel immer wieder anpassen.
6. Die Session bewusst schliessen
Nach einer intensiven Klangsession ist ausreichend Zeit zur Integration enorm wichtig. Neben entsprechender Zeit für Stille, kann deinen Teilnehmer:innen auch ein warmer Tee, frische Luft oder die Einladung zum Teilen dabei helfen “zurückzukommen”. Hier sind weitere Tipps:
- Plane ausreichend Zeit für Stille und Nachspüren ein.
- Lade die Teilnehmer:innen ein, den Boden unter den Fußsohlen zu spüren, die Textur ihrer Kleidung zu fühlen oder sich auf Geräusche in der Umgebung zu fokussieren.
- Biete Wasser, Tee oder einen kleinen Snack an.
- Öffne die Fenster und lass frische Luft in den Raum.
- Lade die Personen ein, ein Wort zu teilen oder ihre Erfahrungen kurz zu reflektieren.

7. Tipps für Nachsorge geben
Auch nach einer Session können Emotionen bei den Teilnehmer:innen hochkommen. Der Körper braucht manchmal mehr Zeit, um das Erlebte zu verarbeiten. Damit das leichter fällt, kannst du darauf hinweisen, dass Nachwirkungen möglich sind – und Selbstfürsorge wichtig ist. Hier sind einige Anregungen:
- Leichte Bewegung, wie Spaziergänge und Stretching
- Journaling, um Erfahrungen oder Gedanken aufzuschreiben
- Ausreichend Ruhe nach einer Klangsession
- Sanfte Selbstmassage
Auch du kannst deinen Raum bewusst schließen: Kehre für einige Momente nach innen, beobachte deine Atmung, danke innerlich – und kehre zurück in deinen Alltag.
Hinweis: Natürlich gibt es noch viele weitere Aspekte, die beim Kreieren und Halten eines Raumes wichtig sein können. Vielleicht findest du hier auch Punkte, die sich für deine Art, mit Klang zu arbeiten, nicht ganz stimmig anfühlen. Auch wenn für uns manche Grundlagen unverzichtbar sind, bleibt vieles dennoch individuell: Was du oder deine Teilnehmer:innen brauchen und was deine Sessions besonders macht, kann ganz unterschiedlich sein. Unsere Tipps verstehen sich daher immer als Anregungen.
Fazit: Der Klang beginnt bei dir
Während einer Klangsession sind ein Gong bzw. eine Klangschale und ein Mallet deine Werkzeuge. Auch wenn deine Erfahrung mit deinem Instrument selbstverständlich eine große Rolle spielt, entscheidet auch deine innere Haltung darüber, wie sich der Raum wirklich anfühlt.
Es sind:
- deine Präsenz,
- deine Erdung,
- deine Klarheit,
- deine Authentizität,
- die einen Klangraum tragen – lange bevor der erste Ton erklingt.



